Was genau ist roter Tee überhaupt?

Im Deutschen bezeichnet der Begriff „roter Tee“ unterschiedliche Aufgussgetränke. Vielen ist Rooibos-Tee als roter Tee bekannt, dabei handelt es sich beim Rooibos so gesehen gar nicht um einen Tee, da er aus einer ganz anderen Pflanze hergestellt wird. Auch Pu-Erh-Tee wird als roter Tee bezeichnet.
Roter Tee wird in China der Tee bezeichnet, der bei uns als Schwarztee bekannt ist. Die Namensgebung erfolgte nach der roten Farbe des Aufgusses, während man ihn im Westen nach den schwarzen Blättern benannte. Roter Tee in China unterscheidet sich jedoch von unserem Schwarztee, da er immer Pur, ohne Zugabe von Milch oder Zucker, getrunken wird. Nicht zu verwechseln ist er jedoch mit dem chinesischen schwarzen Tee. Dieser entstand durch einen Fehler in der Herstellung des grünen Tees, da nicht alle Enzyme deaktiviert worden waren und die Fermentation weiter fortschritt, wenn auch nur langsam. In China wird er deshalb auch nach-fermentierter Tee genannt. Bis auf wenige Ausnahmen ist es ein minderwertiger Tee.

Pu-Erh-Tee – Roter Tee aus der Qingmao Teeplanze

Pu-Erh-Tee wird aus der gleichen Teepflanze wie alle Teesorten hergestellt, der sogenannten Camellia sinensis allerdings aus einer besonderen Unterart, dem Qingmao. Das besondere an diesem Teestrauch ist, dass er größer als die normale Pflanze wird. Benannt ist der Tee nach seinem Herkunftsort, der Stadt Pu’er, die in der Yunnan Provinz liegt.
Das spezielle Herstellungsverfahren macht den Tee sehr wertvoll und so war er früher nur der Oberklasse Chinas vorbehalten. Bei dem Pu-Erh-Tee verhält es sich wie mit Wein, je älter er und je länger er gereift ist umso besser und teurer ist er.

Die medizinische Wirkung die ihm in der traditionellen chinesischen Medizin nachgesagt wird, kann mit westlichen Methoden nicht beweisen werden. Auch als Hilfe beim abnehmen taugt er nicht.

Bei der traditionellen Herstellung wird der Tee gedämpft und dann in Fladen- oder Ziegelform gepresst. Danach wird er trocken gelagert und reifen gelassen. Dieser Reifungsprozess dauert mindestens fünf Jahre. Durch diesen erhält er seine dunkle, rötliche Farbe, ähnlich dem Schwarztee. Sein Geschmack ist erdig und kräftig.

1970 wurde ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglichte Pu-Erh in wenigen Monaten herzustellen. Beide Herstellungsverfahren finden heute noch Anwendung. Die traditionelle Methode ist jedoch aus verständlichen Gründen um ein vielfaches teurer.

Rooibos-Tee – unechter Roter Tee

Rooibos ist eigentlich kein Tee, da er nicht aus der „Teepflanze“, sondern aus Aspalathus linearis, die zu den Hülsenfrüchtlern gehört, gewonnen wird. Diese Pflanze wächst in Südafrika und wird von den Einheimischen dort schon seit langem als Tee getrunken und zur Heilung von Bauchschmerzen und Übelkeit angewendet. Auch geschmacklich unterscheidet er sich von echtem Tee, durch einen eher süßen und fruchtigen Geschmack. Lediglich die Farbe des Aufgusses erinnert an Tee, diese ist nämlich auch dunkelrot. Der Rooibos-Tee enthält kein Koffein und nur wenige Tannine, auch der Fluorgehalt ist wesentlich geringer als im echten Tee. Auch wenn die gesundheitsfördernde Wirkung von Rooibos oft angepriesen wird, so sind bisher nur wenige Studien dazu vorhanden.